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"Duft und Farbe - Gärten werden zu Oasen"

Duft und Farbei
Ruth Zacharias:
„Duft und Farbe -
Gärten werden zu Oasen"

 

Gebundene Ausgabe, 154 Seiten

Mit zahlreichen Farbfotos aus dem
Botanischen Blindengarten Radeberg

Preis: 24,90 Euro
ISBN: 978-3-96014-576-9
Verlag: edition winterwork

Zu beziehen bei
Ruth Zacharias
(info(at)ruth-zacharias-stiftung.de)
und im Buchhandel

Das Buchpreis-Kuratorium der Deutschen Gartenbau-Gesellschaft hat den Titel
„Duft und Farbe – Gärten werden zu Oasen"
von Ruth Zacharias in die TOP 5 der besten Gartenbücher aus dem Jahr 2020 gewählt.

Im Laufe der letzten 20 Jahre entstand unter der Leitung von Ruth Zacharias der Botanische Blindengarten in Radeberg. Im Besonderen hat sie dabei die Bedeutung von duftenden Pflanzen für die Gartengestaltung herausgefunden. "Die Harmonie der Düfte durch die Architektur der Düfte" nennt sie ihre Theorie, die für die Gestaltung des Botanischen Blindengartens Anwendung gefunden hat und damit profiliert werden konnte. Ausgezeichnet wurde Ruth Zacharias dafür 2013 von der "Gesellschaft zur Förderung der Gartenkultur e.V." mit dem Alma de l'Aigle-Preis. Mit ihren Gedanken über duftende Pflanzen, ihren Anregungen zur Sinneswahrnehmung, ihren Erfahrungen mit dem "Einriechen" von Wohlgerüchen und Heildüften, mit ihren ganz praktischen Hinweisen zur Gestaltung von kleineren und größeren, von öffentlichen und privaten Gärten leistet Ruth Zacharias mit diesem Buch einen vielseitigen Beitrag zur Förderung der Gartenkultur. Ein umfangreiches Duftpflanzen-Verzeichnis hilft jedem, der mit diesem Buch zu arbeiten beginnt: Planern und Entscheidungsträgern in Einrichtungen und Verbänden, Tätigen im Garten- und Landschaftsbau, Therapeuten und Pädagogen, Gartenfreunden im Dorf und in der Stadt. (Klappentext)


Kapitel 9 des Buches sei besonders hervorgehoben:

„Gartenanlagen für taubblinde Menschen"

„Nach mehr als 50 Jahren Tätigkeit für taubblinde Menschen ist für mich immer neu klar geblieben: Taubblindheit ist die folgenschwerste Behinderung für einen Menschen. Frieda le Pla spricht von „doppelt blind und doppelt taub" und erklärt: „Blindheit und Taubheit schließen die Taubblinden in eine Gefängniszelle mit doppelten Wänden der Dunkelheit und der Stille ein, die nicht zu durchdringen sind." Das normale Lebensgefühl beschreibt sie als ein „Depressionsgefühl".
Helen Keller spricht von „finsteren Kerkermauern". Obwohl ihr Leben „reich" gewesen ist, hat sie diese immer empfunden.

Wenn das Leben mit nur drei Sinnen wahrgenommen wird und es somit nur mit den Nahsinnen gemeistert werden kann und muss, dann ist für alle, die für taubblinde Menschen tätig sind, die Pflicht gegeben, den bis zu 80-prozentigen Ausfall von Sinneswahrnehmung auf alle nur denkbare Weise auszugleichen – ihnen „das Leben zu bringen".

  • Wenn selbstbestimmtes Leben als ein gewisses Recht für jeden Menschen festgeschrieben ist, dann gilt das auch für taubblinde Menschen.
  • Wenn Eigenständigkeit in hohem Maße für jeden Menschen angestrebt wird, dann gilt das auch für taubblinde Menschen.
  • Wenn Bewegung das normale „Lebenselixier" für jeden Menschen ist, dann gilt das auch für taubblinde Menschen.
  • Wenn der Tast- und der Geruchssinn so umfangreiche Wahrnehmungsmöglichkeiten zur „Erkennung" mit sich bringen, dann sind sie für taubblinde Menschen ständig zu lehren und zu trainieren und als „Gehilfen der Freude" zu nutzen.
  • Wenn Pflanzendüfte so vielfach das Wohlbefinden fördern, dann haben gerade taubblinde Menschen ein Recht auf sie.
  • Wenn Gärten beziehungsweise Pflanzen zu allen Zeiten der Menschheitsgeschichte als „Brunnquell" erfahren worden sind, dann ist die Pflicht gegeben, diesen „Brunnquell" allseitig auch für taubblinde Menschen zu erschließen.
  • Wenn Bewegung auf jede nur mögliche Weise heute als Basis für Gesundheit gesehen wird, dann gilt das auch für taubblinde Menschen.
  • Wenn taubblinde Menschen uns ihr Erleben von Natur und Gärten mitteilen – auch viele Male nicht mitteilen können –, dann darf und soll das für uns ihr „Ruf zur Pflicht" sein.

In Radeberg gibt es eine solche Anlage. Standards und Kriterien sind durch Erfahrungen erprobt, die anderenorts übernommen werden können und in Zukunft weiter entwickelt werden müssen.
Wenn Helen Keller uns ihr Glücklichsein unter anderem bezeugt, weil sie einen Spazierweg von 400 Metern, begleitet von Düften, selbstständig gehen kann, dann ist damit für uns ein Rahmen im „Minimum" gegeben.

Ich schließe mit Texten von Personen aus dem Ambulant betreuten Wohnen des Taubblindendienstes:
  • „Ja, ich gehe gerne zum Botanischen Blindengarten, weil es dort einen Handlauf gibt. Mithilfe des Handlaufs kann ich selbständig allein spazieren gehen.
  • Die Schilder am Handlauf finde ich sehr gut, damit kann ich den Weg und die Beschreibung von Pflanzen erkennen.
  • Ich liebe sehr die Natur; überall gibt es etwas zu riechen!
  • Im Garten spüre ich Ruhe und Erholung.
  • Danke für die Gartenführungen! Ich habe viel dazugelernt. Es ist schön, im Garten vieles zu sehen!
  • Kürzlich habe ich einige Male im Garten mitgeholfen, zum Beispiel die verblühten Lavendelstängel abgeschnitten. Es macht sehr viel Spaß!"

  • „Brauche am Morgen gute frische Luft! Laufe sehr schnell am Handlauf, mein Sport! Von 5.30 Uhr bis 7.00 Uhr laufe ich. Manchmal weniger."

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